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Führung: Mitarbeiter loben? Das ist doch Luxus!

Mit 36 Jahren begann ich deutsche Führungstechniken zu analysieren. Verblüfft schaute ich mir mein Ergebnis an und stellte fest, dass ganze Bereiche fehlten. Das Thema Loben beispielsweise schien komplett ausgeklammert zu sein. Dabei hatte mir gerade das zu fantastischen Ergebnissen im Beruf und Sport geholfen.

Es existierte exakt ein Buch zu „Loben", das aus dem Amerikanischen übersetzt war. Im Juni 2018 hat sich die Lage deutlich verbessert. Es gibt jetzt zwei Bücher.

Ergebnisse bei Google Juni 2018:

- Seminar Kritikgespräche: 21600 Treffer.
- Seminar Lobgespräche: 162 Treffer, das sind 0,8 Prozent Anteil.


2 Mythen zu Lobstrategien

Die Ursache? Es gibt einige Mythen zum Thema Loben. Ein positiver Mythos ist: „Loben kann doch jeder."

Viel schlimmer wirkt ein negativer Mythos, den mir manche Führungskräfte hinter vorgehaltener Hand beichten: „Ich hab's ja versucht. Fakt ist, die haben sofort weniger gearbeitet. Seither lasse ich das."

Nach meinen Erfahrungen entstehen Spitzenleistungen, wenn ich Kollegen oder Mitarbeiter lobe. Wie also kommt ein intelligenter Mensch zu so einem Urteil? Antwort: Weil es stimmig ist!

Tatsächlich lassen einige Mitarbeiter nach beeindruckenden Resultaten rasch nach, wenn sie Anerkennung erhalten. Diese Beobachtung ist richtig – und falsch. Wo aber liegt der Fehler?

Deswegen läßt der Mitarbeiter leistungsmäßig nach …

Der Mitarbeiter Michael S. leistet seit Längerem konstant gute Arbeit. Sein Vorgesetzter ist beeindruckt und überträgt ihm die Verantwortung über ein 3-monatiges Projekt. Michael S. leistet Hervorragendes und wird entsprechend von seiner Führungskraft gelobt.

Prompt lässt seine Leistung nach. Weshalb ist er dennoch ein leistungsfähigerer Mitarbeiter als vor dem Projekt?

Er hat sich 3 Monate in seine Aufgabe reingekniet. In dieser Zeit hat er seine Freunde vernachlässigt, seine Familie musste Rücksicht nehmen. Auch seinen Sport hat er reduziert. Klar ist, dass diese Performance nicht auf Dauer aufrechtzuerhalten ist. Das würde ihn sozial und gesundheitlich ruinieren.

… und erhöht gleichzeitig seine Performance.

Als das Projekt mit sehr guten Ergebnissen beendet– und vom Chef gelobt wird – reduziert er die Leistung, um sich wieder sozial zu integrieren. Aber Michael S. hat durch den Druck des Projektes seine Arbeitsorganisation verbessert und seine Fähigkeiten zu delegieren deutlich optimiert. Zusätzlich hat er nützliche Kontakte zu zwei anderen Abteilungen aufgebaut.

Was sein Vorgesetzter bemerkt, ist, dass die Spitzenleistung nach dem Lob nachlässt. Was er nicht bemerkt ist, dass im Vergleich zu drei Monaten vorher, die Dauer - Performance auf einem höheren Niveau liegt.

Hier lohnt es sich für Führungskräfte einen längeren Zeitrahmen zur Beurteilung einzubeziehen. Dann ist die Freude auf beiden Seiten größer.

Mitarbeiter loben ist sicher Luxus, aber manchmal ist ein luxuriöses Leben einfach angenehmer.

Führung: Werden Kritikgespräche überschätzt?
ARTE und Klaus Krebs: "Macht"

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Guest
Dienstag, 11. Dezember 2018
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